Copyright© 2010 Stefan Eckert
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© 2010 Stefan Eckert
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Geb 3.9.1962 in Passau/Niederbayern
- 66-68 Auswanderungsversuch der Eltern nach Kanada.
- 68-73 Landshut/Nbb, Schulbesuch mit mäßigem Erfolg
- 73-75 München, weiteres Schulversagen
- 75-79 München, Abbruch der Schule, Abbruch von drei Lehrstellen (Kfz-Mechaniker, Offsetdrucker, Betonbauer)
- 79-82 Berlin, Häuserkampf
- 82-84 New York, Charakterbildung
- 84-86 Berlin, Häuserkampf II.
- 86-90 München, Teilhaber (20%) und Geschäftsführer Restaurant „Zest“
- 88 Geburt meiner Tochter
- 89 Hochzeit mit meiner Frau
- 90-93 München, Geschäftsführung Diskothek „Babalu“
- 93-95 Hamburg, Produktionsleiter „Sonic Press“
- 95-00 Hamburg, Redakteur, Abteilungsleiter, Geschäftsführer MME-Online
- 00-08 Hamburg, diverse Operation wg. Gehirntumor
- 09 Berlin, Strahlentherapie wg. Tumor
- 10 Berlin Tumor besiegt, Neustart als Autor, Maler, Fotograf
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100% Panama saß, wie immer, in der Hafenbar von Villabaco. Hier war natürlich nie soviel los wie in Villariba, wo sie pausenlos Fiestas feierten und dann gemeinsam abwuschen. Das mit dem Abwaschen war sowieso nicht seine Sache gewesen. Seine Zukunft sah er 100% nicht im Spülmittel und zog kurzerhand nach Villabaco - übrigens als erster seit siebenundzwanzig Jahren. Und seitdem war auch niemand mehr seinem Beispiel gefolgt.
Okay, das musste er zugeben, hier im Tal knallte die Sonne Südspaniens oft mit über vierzig Grad auf das Dorf nieder. Aber dafür war es nur eine halbe Stunde bis zu dem Hügel, von dem aus man das Meer sehen konnte. Bei gutem Wetter, natürlich.
Die Bevölkerung des florierenden Villariba ließ jedoch keine Gelegenheit aus, sich über das kleinere Nachbardorf im Landesinneren lustig zu machen. Böse Zungen spotteten, man wolle dort nicht tot überm Zaun hängen. Einige lästerten hinter vorgehaltener Hand, Villabaco sei nur einen Bruchteil so groß wie der Madrider Friedhof, aber doppelt so tot. Sie zogen über den Ort her, es würde dort vergammelt und vermodert stinken, nur unwissende und total bescheuerte Busfahrer würden hier eine Pause einlegen.
Bei einem Pernod zerbrach sich 100% den Kopf über eine neue Imagekampagne für das Dorf. Alle Kampagnen der letzten Jahre waren nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Also, warum sollte ausgerechnet ihm jetzt die zündende Idee einfallen. Und so lümmelte er sich, wie sonst auch jeden Tag, in der „Hafenbar“ auf dem knallroten Eckelement mit abwaschbarem Bezug herum. Hier hatte er den besten Überblick über das Geschehen im Ort.
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Hafenbar war natürlich nur ein Tarnname für unwissende Touristen. Und tatsächlich kamen ein-, zweimal die Woche Fremde und fragten entweder nach dem Hafen oder zumindest nach Spezialitäten wie Öl, Oliven oder so was. Pedro, der Wirt, erklärte jedes Mal, der Hafen wäre auf Urlaub, (er blieb immer der Einzige, der sich darüber seit Jahren vor Lachen kaum einkriegen konnte) und schickte sie dann für Öl und Oliven in den Supermarkt, der allerdings nur noch drei Tage in der Woche geöffnet hatte.
Niemals hätte Pedro freiwillig irgendjemandem den Weg nach Villariba beschrieben, das nur drei Kilometer weiter rechts oben lag. Dort gab es einen schicken Ökomarkt, eine fünfhundert Jahre alte Ölpresse und eine ganze Reihe von deliziösen Anbiedereien. Doch jedem, der nach Villariba fragte, hatte Pedro mit Sicherheit den falschen Weg gewiesen.
Täglich zeigte sich in der Hafenbar dasselbe Bild. Drei Gestalten, einer mit Hut, lungerten herum, einer hinter der Bar, zwei davor. Dazu noch ein Hund, der Mischlingsrüde Pedro, der vor der Glastür ein schattiges Plätzchen gefunden hatte und in der Hitze mit hängender Zunge vor sich hin schnarchte.
Ganz hinten in der Ecke, die Arme über die gesamte Lehne gereckt, lag 100% Panama, der seinen wahren Namen schon lange vergessen hatte. In seinem speckigen Hut stand es geschrieben “100% Panama“, wenngleich dieser Hut Panama sicherlich nie gesehen haben dürfte, geschweige denn je aus Südspanien heraus gekommen wäre. Und eben diesem Hut, den 100% täglich ausführte, verdankte er seinen Namen.
Ein dicker, kleiner Mann saß ebenfalls täglich an der Bar. Pedro, der beste Freund und treue Wegbegleiter von 100%. Vor einigen Jahren hatte 100% ihn mal verprügelt, es ging um Maria, die damalige Dorfschönheit. Nach der Keilerei hatte man sich vertragen und als die Sache mit Maria für 100% vorbei war, hat er sich sogar entschuldigt. Also nicht so richtig, aber er hat Pedro einen Pernod ausgegeben. Und seitdem war Pedro die Art von Freund, auf den man sich verlassen konnte. Und seit er gesehen hatte, was aus der einst so lieblichen Maria über die Jahre geworden war, war Pedro doppelt dankbar. Der kleingewachsene, etwas dicklich geratene Mann würde für 100% sogar töten, aber so was kam in Villariba nicht vor. Auch Pedros Hund Pedro war 100% ergeben.