Excerpt for Kein Problem mit Schwierigen Menschen by Roberta Cava, available in its entirety at Smashwords





Kein Problem mit schwierigen Menschen;

Allen Mitarbeitern, Kollegen, Chefs und Kunden richtig begegnen

oder

Wie soll man mit bösartigen Kunden, anspruchsvollen Chefs und lästigen Kollegen umgehen



Roberta Cava



Veröffentlicht bei Cava Consulting,

105 / 3 Township Drive,

Burleigh Heads, 4220, Gold Coast, Queensland, Australien,

info@dealingwithdifficultpeople.info

www.dealingwithdifficultpeople.info





Vielen Dank für die Beachtung der engagierten und tüchtigen Arbeit des Autors.



Copyright © 2011 ROBERTA CAVA



ISBN 978-0-9871385-0-7



BÜCHER von ROBERTA CAVA



Umgang mit schwierigen Menschen (Kein Problem mit schwierigen Menschen)

(22 Verlage - in 16 Sprachen)

Umgang mit schwierigen Situationen - am Arbeitsplatz und zu Hause

Umgang mit schwierigen Ehegatten und Kindern

Umgang mit schwierigen Angehörigen und Schwiegereltern

Der Umgang mit häuslicher Gewalt und Kindesmiβbrauch

Der Umgang mit Mobbing in der Schule

Der Umgang mit Mobbing am Arbeitsplatz

Was soll ich mit dem Rest meines Lebens machen?

Vor den Bund fürs Leben - Fragen, die Paare sich gegenseitig stellen müssen, bevor sie heiraten!

Wie können Frauen in der Geschäftswelt vorankommen

Überlebungskünste für Führungskräfte und Manager

Personalführung im besten Licht!

Leichter Einstieg – Schwieriger Ausstieg: Die Kunst der Einstellung, Disziplinierung und Entlassung von Mitarbeitern

Zeit und Stress - Die heutigen stillen Killer

Bestimme Deine Zukunft Packe Dinge an!

Herzliches Lachen für alle! - Bände 1, 2, 3 & 4

WIDMUNG

Dieses Buch ist allen Seminarteilnehmern gewidmet, die mit schwierigen Menschen zu tun hatten und mir mitgeteilt haben, wie sie mit ihnen umgegangen sind, so dass andere von ihren Erfahrungen profitieren können.



DANKSAGUNG


Mein Dank gilt den Tausenden von Teilnehmern meiner Seminare, die ihre Ideen einbrachten und beschrieben, wie sie mit schwierigen Menschen umgehen.

Besonderer Dank geht an Tim Field (Großbritannien) hinsichtlich seiner Website „Bully OnLine”, Beyond Mobbing Association, und Dr. Sam Samenow für ihre Ratschläge zum Kapitel Mobbing, sowie auch an die Gesellschaft Alberta Telephones, die mir erlaubte, direkt aus einigen ihrer Broschüren zu zitieren.

Und meinen herzlichen Dank an Rolf Rekort, der an der deutschen Übersetzung dieses

E-Buches mitgearbeitet hat.

So lösen Sie Konflikte

im Berufsalltag

souverän und erfolgreich!

Jeder der mit gereizten, groben, ungeduldigen und aggressiven Leuten im Berufsalltag zu tun hat, wird dieses Buch begrüssen. In Kein Problem mit Schwierigen Menschen” finden Sie detallierte und erprobte Strategien, um schwierige und stressvolle Situationen ruhig und professionell zu meistern. Entdecken Sie die grundlegenden Ursachen für schlechte  Kommunikation und lernen Sie, wie man am besten mit den am meisten vorkommenden Persönlichkeitskonflikten umgeht. Verbessern Sie auch ihre eigene Fähigkeit mit Menschen umzugehen, so dass Sie besser mit anderen zusammenarbeiten können. 

Dieses E-Buch ist vollständing auf den neuesten Stand gebracht und revidiert. In diesem  internationalen Bestseller finden Sie erprobte Techniken, die Arbeitnehmern helfen, die verschiedensten schwierigen Situationen ruhig und gelasssen zu meistern. Unter anderem:

Ärgerliche Kunden beruhigen

Mit lästigen Untergebenen, Mitarbeitern und Vorgesetzten umgehen

Reaktion auf Sarkasmus und das’ Andauernde Schweigen’

Verhindern von beleidigenden verbalen Ausbrüchen und Verhaltensweisen

Erkennen von und Umgang mit Büropolitik

 

Kein Problem mit schwierigen Menschen ist ein absolutes Muβ für alle, die Spannungen  entschärfen und Streβsituationen lösen wollen.



Roberta Cava ist der Firmeninhaber von Cava Consulting in Australien und hat weltweit Seminare präsentiert, darunter das populärste Seminar „Kein Problem mit schwierigen Menschen”, welches von über 52.000 Teilnehmern besucht wurde.

Sie ist die Autorin von 20 Büchern und ist gegenwärtig dabei, weitere zu veröffentlichen.

UMGANG MIT SCHWIERIGEN MENSCHEN

Inhaltsverzeichnis



Einführung

Kapitel 1: Verhaltensweisen und ihre Auswirkugen

Werden Sie von lhren Stimmungen beherrscht?

Negative Gefühle

Sechs Verhaltensstile

Methoden der Konfliktlösung

Wie man einen Streit gewinnt

Meinungsunterschiede akzeptieren

Konstruktiv sein

Was für ein Typ sind Sie?

Mit Menschen eines anderen Persönlichkeitstyps zusammenarbeiten

Introvertierte und extrovertierte Persönlichkeiten

Verhaltensstile und ihre Auswirkungen



Kapitel 2: Manipulative Menschen

Passive Manipulatoren

Manipulatoren, die passiven Widerstand benutzen

Indirekt aggressive Manipulatoren

Aggressive Manipulatoren

Passive-aggressive Manipulatoren

Andere Manipulatoren



Kapitel 3: Grundlegende Kommunikationstechniken

Umschreiben

Der sprachbeherrschende Sinn

Feedback

Zuhören

Sprechen

Allgemeine Prinzipien und Techniken

Besondere Situationen

Andere Probleme



Kapitel 5 - Mobbing am Arbeitsplatz

Was ist Mobbing?

Mobbing am Arbeitsplatz: Wie fängt es an?

Wer sind die Täter, die Mobber?

Physische Mobber

Verbale Mobber

Mob oder Gruppenbullies

Wer sind die Zielscheiben von Mobbing?

Raserei beim Schlangestehen

Tödliche Arbeitnehmer

Serielle Mobber

Mobbingkosten für das Unternehmen

Mobbingkosten für die Opfer

Wie kann man Mobbing am Arbeitsplatz verhindern und unterbinden?

Was sind die Kosten für die Einführung von Anti-Mobbing-Massnahmen?



Kapitel 6: Schwierige Vorgesetzte

Der Chef kann nicht motivieren

Der aggressive Vorgesetzte

Vorgesetzte mit mangelnden Führungsqualitäten

Die Kunst, ein guter Angestellter zu sein



Kapitel 7: Schwierige Kollegen

Unprofessionelles Verhalten

Aggressives Verhalten

Persönliche Konflikte

Effizientes Leiten von Meetings

Kapitel 8: Schwierige Mitarbeiter

Die Aufgaben eines Vorgesetzten

Wie führe ich frühere Kollegen?

Delegieren

Mitarbeiter motivieren

Mitarbeiter korrigieren oder disziplinieren

Mit unproduktivem Verhalten umgehen

Persönliche Streitigkeiten

Emotionale Menschen

Ausländerfeindlichkeit

Vorurteile gegen weibliche Vorgesetzte

Sonsige Probleme von Vorgesetzten



Schlussbemerkung

Sind Sie bereit für den Erfolg?

Weiterführende Literatur





EINLEITUNG



Haben Sie oft mit gereizten, groben, ungeduldigen, emotional reagierenden, hartnäckigen oder aggressiven Menschen zu tun? Kommen Sie gestresst von der Arbeit nach Hause, weil Sie sich den ganzen Tag mit solchen Leuten beschäftigen mussten? Wenn das zutrifft, wird dieses Buch Ihnen dabei helfen, eine positive Stimmungslage zu bewahren, indem Sie nicht zulassen, dass andere Menschen negative Gefühle in Ihnen auslősen. Sie werden lernen, Ärger und Stress zu bekämpfen. Sie werden psychologische Kniffe erlernen und Ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten verbessern.

In den meisten Unternehmen (vor allem im Dienstleistungsbereich) weiβ man mehr und mehr, wie wichtig Mitarbeiter sind, die mit allen Arten von schwierigen Menschen und Situationen umgehen kőnnen.

Schwierige Menschen sind solche, die:

* alles tun, damit wir die Nerven verlieren;

* uns zwingen, Dinge zu tun, die wir nicht tun wollen;

* oft mit Zwang, Manipulation oder anderen hinterhältigen Methoden arbeiten, um zu erreichen, was sie wollen;

* Schuldefühle in uns wecken, wenn wir ihre Wünsche nicht erfüllen;

* Ängstlichkeit, Gereiztheit, Frustration, Zorn, Depressionen, Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühle, ein Gefühl des Versagthabens oder andere negative Emotionen in uns auslősen;

* versuchen, uns ihren Anteil an der Arbeit aufzubürden.

Tatsächlich funktionierende Techniken für den Umgang mit schwierigen Menschen und Situationen zu beherrschen, stärkt Ihr Selbstvertrauen, verbessert Ihre Arbeitsleistung, reduziert Stress und Angstgefühle, und steigert Ihre Freude am Job.

Sie werden ein Gefühl des Erfolgs haben, wenn Sie schwierige Situationen gut bewältigen. Ihr Arbeitgeber, Ihre Kollegen und Mitarbeiter werden Ihnen vertrauen und sich auf Sie verlassen, sie werden Sie bewundern und schätzen, sie werden es sich zweimal überlegen, bevor sie Sie herumhetzen, und sie werden sich mehr bemühen, Ihnen einen Gefallen zu tun.

Woher weiβ ich, dass die in diesem Buch vorgestellten Techniken tatsächlich funktionieren? Ich weiβ das deshalb, weil mehr als 52.000 Menschen auf der ganzen Welt an meinen Seminaren teilgenommen und ihren Input dazu gegeben haben. Viele haben sich die Zeit genommen, mir zu schreiben und zu schildem, wie sie besonders schwierige Situationen gemeistert haben. Das gesamte Buch ist von ihren Beiträgen geprägt. Ich kann jede der hier beschriebenen Techniken empfehlen und benutze sie selbst regelmäβig. Mit ihrer Hilfe bewältige ich nicht nur schwierige Situationen besser, sondern gewinne auch die Kontrolle über meine Reaktion auf negative Situationen. Und das können auch Sie!





KAPITEL 1

Verhaltensweisen

und ihre Auswirkugen



Frage: Was ist ein schwierige Person?

Antwort: Eine Person, deren Verhalten Schwierigkeiten bereitet - Ihnen und anderen. Mit schwierigen Menschen umzugehen bedeutet ganz einfach, mit schwierigem Verhalten umzugehen. Und zu erkennen, dass Ihre eigenen Handlungen oder Ihr Verhalten zu dem schwierigen Verhalten der anderen Person möglicherweise beigetragen hat.

Dieses Buch handelt von den Interaktionen zwischen Ihnen und anderen. Interaktion ist etwas, was in zwei Richtungen erfolgt. Sie reagieren auf eine Person, und die Person reagiert auf Sie. Wir sind möglicherweise nicht in der Lage, das Verhalten anderer Leute direkt zu kontrollieren, doch wir können andere Menschen positiv beeinflussen, wenn wir unser eigenes Verhalten zu steuern lernen und Techniken für eine wirksame Kommunikation entwickeln. Wir können das schwierige Verhalten anderer (und unser Verhalten) in ein zivilisiertes, konstruktives Verhalten umwandeln, welches beiden Seiten ermöglicht, gut über sich zu denken.

Mit schwierigen Menschen umgehen bedeutet auch, zu lernen, unsere Seite der in zwei Richtungen erfolgenden Transaktion zu steuern. Wenn wir das tun, geben wir der anderen Person eine Chance, gemeinsam mit uns an dem zu arbeiten, was sie schwierig macht.

Wenn wir an eine schwierige Person geraten, reagieren viele von uns auf eine Art, die das Problem nur noch weiter verschärft - wir geben etwa eine spitze Antwort, reagieren defensiv, anstatt zu versuchen, uns auf das tatsächliche Problem zu knonzentrieren oder nehmen den Ärger des anderen persönlich. Diese natürlichen, aber kontraproduktiven Reaktionen verringern unsere Chancen, eine negative Begegnung in eine positive zu verwandeln.

Wenn Sie mit reizbaren, groben, ungeduldigen oder zornigen Menschen konfrontiert werden, sind Sie oft nicht in einer Position, in der Sie zurückschreien können. Dies trifft um so mehr zu, wenn Sie an vorderster Linie für Ihr Unternehmen arbeiten und am Telefon oder persönlich auf schwierige Menschen treffen. Sie können Ihre unproduktive Reaktion kontrollieren, wenn Sie sich innerlich weigern, das Negative, mit dem Sie bombardiert werden, zu akzeptieren.

Nehmen wir an, ein Kundle brüllt Sie an und macht Sie für etwas zur Schnecke, was wirklich nicht Ihr Fehler ist. Wie würde Ihre natürliche Reaktion aussehen?



1. Sie verteidigen sich selbst oder Ihre Firma.

Die meisten von uns reagieren auf diese Weise. Der Kunde hat Sie verbal angegriffen, was Ihren Verteidigungsmechanismus ausgelöst hat. Diese Reaktion ist instinktiv und so natürlich wie das Atmen. Doch wird durch diese defensive Reaktion irgendein Problem gelöst? Wahrscheinlich nicht. Wird diese Art von Reaktion den Kunden zurfrieden stellen? Wahrscheinlich nicht. Es wird höchstwahrscheinlich in einem Schreiduell enden, das in beiden Parteien negative Gefühle auslöst. Dies ist eine Situation, in der es nur zwei Verlierer gibt.

2. Das Benehmen des Kunden bringt Sie zur Weiβglut, sie beiβen jedoch die Zähne zusammen und konzentrieren sich auf die Lösung des Problems

Auch wenn Sie es nach außen nicht zeigen - innerlich kochen Sie. Wenn Sie den Zorn ihres Gegenübers in sich aufnehmen, werden Sie sich später wieder davon befreien müssen. Manche Menschen bewältigen diesen absorbierten Ärger, indem sie die nächstbeste Person anbrüllen, auf dem Heimweg von der Arbeit wie ein Verrückter rasen oder zu Hause dem Hund einen Fuβtritt versetzen. Denken Sie daran: Sie selbst entscheiden, ob Sie den Zorn einer anderen Person in sich aufnehmen oder nicht. Wenn Sie ihn aufnehmen, erlauben Sie der Situation, die Kontrolle über Sie zu übernehmen. Das ist eine negative Reaktion - in diesem Fall negativ für Sie. Halten Sie einen Moment inne und fragen Sie sich: „Worüber ärgent sich der Kunde - über mich oder über die Situation?” In den meisten Fällen ist es die Situation. Sie sind zufällig da, deshalb lädt der Kunde seine Frustration und seinen Ärger bei Ihnen ab.

3. Bevor Sie antworten, sollten Sie sich Zeit nehmen und sich klarmachen, dass sich der Kunde über die Situation und nicht über Sie ärgert. Daher ist es nicht notwendig sich zu verteidigen.

Diese Reaktion funktioniert am besten. Dadurch können Sie verhindem, dass ihr Verteidigungsmechanismus in Aktion tritt. Das ist leichter als Sie denken. Es erfordert etwas Ǘbung, doch Sie schaffen es, wenn Sie sich darauf konzentrieren! Sobald Sie fühlen, dass Sie in Bedrängnis geraten und das Bedürfnis verspüren, sich zu verteidgen, sollten Sie innehalten und die Situation analysieren. Dieser Kunde ärgert sich über Ihre Firma oder die Situation - nicht über Sie. Es ist absolut nicht notwendig für Sie, sich zu verteidigen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, das Problem des Kunden zu lösen. Am Ende wird der Kunde zufrieden sein - und Sie auch: eine Situation mit zwei Gewinnern.

Der richtige Ansatz besteht darin, sich auf das Problem des Kunden und nicht auf die eigenen Gefühle zu konzentrieren. Dies erreichen Sie, indem Sie

* Notizen machen, während die Person spricht;

* das, was der Kunde sagt, mit andern Worten wiedergeben, um sicherzugehen, dass Sie das Problem verstanden haben. Das beweist, dass Sie ihm zugehört haben;

* Fragen stellen.

Den schwarzen Peter weitergeben, sich nicht für verantwortlich erklären oder die Firma verteidigen - das bringt niemanden weiter. Dem Kunden ist es egal, ob es Ihr Fehler war oder der Fehler eines anderen; er will nur sein Problem gelöst haben. Sie bleiben ruhiger, wenn Sie keine Verteidigungshaltung einnehmen. Wenn das Problem dann beseitigt ist, wird der Kunde wahrscheinlich sagen: „Es tut mir Leid, dass ich Sie angebrüillt habe”.



Werden Sie von Ihren Stimmungen beherrscht?

Bevor Sie schwierigen Menschen gegenübertreten, müssen Sie zuerst einmal mit sich selbst ins Reine kommen. Versuchen Sie, sich an eine schwierige Situation zu erinnern, in der Sie die Kontrolle über sich veloren haben. Was passierte mit Ihrem Selbstbewusstsein? Bei den meisten Menschen befindet sich das Selbstwertgefühl nach derartigen Zusammenstöβen im Keller: Daher is es für eine gute psychische Gesundheit underlässlich, in schwierigen Lagen die Kontrolle zu behalten.

Haben Sie Stimmungsschwankungen, die darüber entscheiden, was für einen Tag Sie haben? Fühlen Sie sich an einem Tag gut, am nächsten total schlecht? Eine Stunde rundum zufrieden, die nächste vollkommen „down?” Oft hängt Ihre Stimmung davon ab, was rund um Sie passiert: Jemand faucht Sie an oder knallt Ihnen einen Riesenberg Arbeit auf den Schreibtisch. Sie denken: „Das darf doch nicht wahr sein!” Genau das sind die kleinen Ärgernisse, die Ihren Tag ruinieren können. Wenn Sie konstruktiv mit ihnen umgehen können, haben Sie das Spiel praktisch schon gewonnen!

Eine Methode, die Ihnen dabei helfen kann, diese Art von Situation zu identifizieren, besteht darin, sich der eigenen körperlichen Reaktionen bewusst zu werden, d. h. zu erkennen, was im eigenen Körper vor sich geht. Immer wenn wir in eine schwierige Situation gelangen, treiben uns unsere Instinkte entweder zum Angriff oder zur Flucht, wobei oft der Flucht- und der Kampftrieb in uns miteinander in Konflikt geraten. Körperlich äuβert sich dies in erhöhter Muskelspannung, zusammengepressten Zähnen, raschem Puls, Herzklopfen, verstärkter Schweiβbildung, Atemnot, erhöhtem Blutdruck, feuchtkalter Haut, kalten Händen und Füβen und/oder rascher Atmung. Wenn Sie diese Anzeichen an sich festellen, sollten Sie eine Sekunde innehalten und sich fragen: „Reagiere ich korrekt - oder ist meine Reaktion übertrieben?” Sie werden herausfinden, dass Sie in etwa acht von zehn Situationen überreagieren - und jemand anderem die Kontrolle über die Situation überlassen.

Nur allzu oft überlassen wir es anderen, wie wir uns selbst fühlen. Wir erlauben ihnen, dass sie uns schlechte oder gute Tage verschaffen. Wir können versuchen, das Verhalten der anderen zu ändern, doch das gelingt nicht immer. Doch wir können sehr wohl steuern, wie wir auf ihr Verhalten reagieren. Mein Leben hat sich an dem Tag verändert, an dem ich erkannte, dass ich entscheiden kann, wie ich reagiere, wenn ich mit schwierigen Situationen konfrontiert werde. Ich kann die schlechten Gefühle annehmen, die mir die anderen vermitteln, ich kann sie aber auch einfach von mir weisen! Als ich diese grundlegende Technik beherrschte, hatte ich weit mehr Kontrolle über meine Stimmungen. Die blitzartigen Stimmungsschwankungen gehörten der Vergangenheit an. Andere Menschen hatten nun keine Macht mehr darüber, welche Art von Tag ich hatte - diese Macht besaβ nun nur ich! Auch Sie können diese Kontrolle erlangen. Es wird natürlich Ausnahmen geben, doch viele Stimmungen und Reaktionen kann man kontrollieren. Wenn Sie die kleinen Schwierigkeiten bewältigen, werden Sie für die wirklich groβen um so besser gewappnet sein.

Stellen Sie sich nun die folgende Szene vor: Sie fahren mit Ihrem Auto zur Arbeit und fühlen sich mit sich und der Welt in Einklang. Plötzlich schert ein Fahrzeug vor Ihnen aus der Reihe und verursacht beinahe einen Zusammenstoβ. Sie treten mit aller Kraft auf die Bremse (alles, was sich auf dem Vordersitz befand, fliegt durch die Luft) und hoffen auf das Beste. Nachdem Sie dem Zusammenstoβ um Haaresbreite entgangen sind, lösen Sie sich vom Lenkrad, bücken sich, um Ihre Sachen vom Boden aufzuheben und sehen nach dem Auto, das Ihnen den Weg abgeschnitten hat. Es ist weg.

Was ist Ihre erste Reaktion? Sie fluchen und schimpfen über den rücksichtslosen Autofahrer. Wie lange ärgern Sie sich über den Lenker des anderen Fahrzeugs? Und was bringt es? Es gibt Leute, die noch nach Stunden vor Erregung zittern und ihr Abenteuer jedem erzählen, der sich in Hörweite befindet.

Sie haben zwei Möglichkeiten zu reagieren, nachdem das Auto Sie geschnitten hat. Sie können sich weiter darüber aufregen, oder Sie können sich sagen, dass Sie in einer Notsituation waren, die Sie gut bewältigt haben, und ruhig ihren Weg zur Arbeit fortsetzen.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, weiter erregt zu bleiben, können Sie nicht die anderen Autofahrer dafür verantwortlich machen. Was immer Sie nach einem negativen Ereignis tun, ist Ihre Entscheidung, nicht die Entscheidung eines anderen. Wenn Sie zulassen, dass jemand Sie auf die Palme brigt, haben Sie die falsche Entscheidung getroffen.

Wie reagieren Sie, wenn ein enger Freund oder ein guter Kollege etwas sagt, das Ihre Gefühle verletzt? Ziehen Sie sich in sich selbst zurück und grübeln wochenlang über die Situation nach, bevor Sie sie bereinigen? Möglicherweise kann das Eis zwischen Ihnen nur dadurch gebrochen werden, dass die andere Person Ihre Reaktion bemerkt und sagt: „Stimmt etwas nicht? Du bist so still”. Vielleicht antworten Sie ehrlich und erwähnen die Bemerkung, die Sie verletzt hat. Anstatt sich die ganze Zeit über unglücklich zu fühlen, sollten Sie

1. sich unverzüglich eingestehen, dass Sie verletzt sind;

2. sofort mit der Person, die die Verstimmung bewirkt hat, über Ihre Gefühle sprechen. Sie könnten etwa sagen: „Das war eine Bemerkung unter der Gürtellinie. Kannst du mir sagen, warum du das gesagt hast?” Oder: „Deine Bemerkung hat mich verletzt. Hast du daran gedacht, wie ich es auffassen könnte?”

Die folgende Situation kennen Sie gewiss auch: Jemand hat Ihnen wirklich Böses angetan - Sie werden es ihm heimzahlen, und wenn Sie hundert Jahre darauf warten müssen! Sie wollen nur eines - RACHE! Es tut gut, wenn wir jemandem eine schlechte Tat vergelten können, doch wenn das nicht innerhalb einer angemessenen Frist möglich ist, sollten Sie es lieber bleibenlassen. Wenn Sie diese Situation analysieren, werden Sie erkennen, dass die andere Person während der ganzen Zeit, in der Sie auf Rache sinnen, die Kontrole über Ihr Leben hat. In dieser Zeit können Sie nicht Ihr eigenes Leben fortsetzen und konstruktive Dinge tun. Ich kenne Leute, die noch zehn Jahre nach ihrer Scheidung Rachepläne schmiedeten. Was für eine Energieverschwendung! Sie werden auch oft feststellen, dass die betreffende Person für ihre Handlungen bestraft wird, ohne dass Sie Ihre wertvolle Energie dafür vergeuden müssen - es scheint oft tatsächlich so etwas wie eine höhere Gerechtigkeit zu geben!

Oder verbringen Sie den Tag mit zwecklosen Grübeleien wie „hätte ich nur dies oder das getan?” Sie vergeuden kostbare Lebenszeit! Konzentrieren Sie sich auf die Gegenwart und die Zukunft - nicht auf die Vergangenheit.

Wir leben in einer schuldbesessenen Gesellschaft. Nichts tun wir lieber, als über unsere Fehler nachzugrübeln. Meine Philosophie lautet: Sein Bestes zu tun, ist alles, was man von sich selbst verlangen kann. Wenn Ihnen etwas nicht gelungen ist, haben Sie nicht versagt - Sie haben etwas gelernt. Fühlen Sie sich schuldig, wenn Sie einen Fehler gemacht haben? Haben Sie Ihr Bestes getan? Wenn das zutrifft, kommen Sie am besten mit der Situation zurecht (vor allem wenn jemand anders auf Ihren Fehler hinweist) indem Sie sagen: „Sie haben Recht - ich habe einen Fehler gemacht. Es wird nicht mehr passieren”. Sie sollten sich also nicht schuldig fühlen, wenn Sie einen Fehler gemacht haben; lassen Sie sich diese Erfahrung eine Lehre sein und begehen Sie den Fehler nicht wieder.

Ein anderes Beispiel: Sie haben sehr hart an der Fertigstellung einer Aufgabe gearbeitet und sind stolz auf Ihre Leistung. Sie warten....und warten....auf irgendeine Art von Anerkennung von Ihrem Vorgesetzten. Ist es wahrschleinlich, dass sie kommt? In den meisten Fällen nicht. Viel eher weist man Sie auf einen kleinen Teil an der Arbeit hin, den Sie nicht gut gemacht haben.

Das Schlimmste daran ist, dass Sie wahrscheinlich selbst Ihr schärfster Kritiker sind. In allen von uns sitzt ein kleiner Feind, der uns ständig kritisiert und uns zuflüstert: „Da hast du wieder Mist gebaut! Bist du wirklich so dumm?”

Hören Sie mit dieser Selbstkritik auf und beginnen Sie, sich selbst positive Verstärkung zu geben. Wenn Sie gute Arbeit gemacht haben, sollten Sie sich im Geist auf die Schulter klopfen und dabei denken: „Ich bin wirklich stolz darauf, wie ich diese Arbeit erledigt habe”. Rechnen Sie nicht damit, dass andere das tun. Tun sie es trotzdem, ist das wie Schlagsahne - doch Sie brauchen nicht jeden Tag Schlagsahne in den Kaffee, oder? Genauso wie zuviel Schlagsahne den Bauch anschwellen lässt, kann sich durch zuviel Lob Ihr Ego unangemessen aufplustern. Die Person, der Sie zu gefallen versuchen sollten, sind Sie selbst. Versuchen Sie nie gegen die Rekorde eines anderen anzukämpfen. Es geht darum, Ihren eigenen Rekord zu verbessern!

Wenn das nächste Mal etwas Derartiges passiert, dann weisen Sie die negativen Gefühle von sich, die das Ereignis in Ihnen auslöst. Diese Gefühle zu blockieren, verlangt harte, konzentrierte Bemühungen. Üben Sie diese Fähigkeit, bis Sie automatisch auf die gewünschte Weise reagieren. Manchmal werden Sie in das alte, auf Vergeltung bedachte Verhalten zurückfallen, doch bleiben Sie hartnäckig! Dann werden Sie immer öfter in der Lage sein, auch unter heftigem Beschuss die Ruhe zu bewahren.

Wann immer Sie heftige negative Gefühle verspüren, sollten Sie eine kurze Pause machen und prüfen, ob das Gefühl der Realität angemessen ist oder nicht.

Wir werden täglich mit vielen negativen Situationen konfrontiert. Sehen Sie die folgende Liste an und überlegen Sie sich, ob ein Gefühl dabei ist, das Sie im vergangenen Monat NICHT verspürt haben:



Negative Gefühle

Zorn; Verletzt sein; Schuld; Angst; Depression; Frustration; Ignoriert sein; Enttäuschung; Beschämung; Eifersucht; Unterlegenheit; Unsicherheit; Verlegenheit; Schüchternheit; Zurückweisung; Nervosität; Stress; Betroffenheit; Verstörung; Demütigung; Gereizheit; Einschränkung; Unzulänglichkeit; Traurigkeit; Sprachlosigkeit; Misstrauen; Verwirrung; Unruhe; Anspannung; Empörung; Unbehagen; Sorge; Erregung; Reue; Beleidigt sein; und Behinderung.

Ist es ein Wunder, dass so viele Leute zu Negativdenkern geworden sind? Achten Sie auf die körperlichen Symptome (die Sie sicherlich verspüren, wenn Sie Leuten begegnen, die versuchen, eines der obigen negativen Gefühle in Ihnen hervorzurufen) und fragen Sie sich, ob Sie überreagieren. Wenn Sie feststellen, dass das Gefühl nicht der Realität angemessen ist, dann haben Sie überreagiert. Diese Reaktion tritt oft erst nach dem negativen Ereignis ein - manchmal erst nach zehn Minuten. Stellen Sie diese negativen Reaktionen ab - lassen Sie diese einfach nicht zu. Denken Sie daran, dass Sie jemand anderem die Kontrolle über Ihr Leben überlassen, wenn Ihre Gedanken unaufhörlich um diese negativen Vorkommnisse kreisen. Das wollen Sie doch nicht, oder?

Fragen Sie sich, ob Sie auf eine Situation angemessen reagieren oder ob Sie überreagieren. Wenn Sie das tun, bleiben Sie Herr über Ihre Gefühle und somit über die Situation.



Der Positive Ansatz

Sie haben sicherlich schon Tage erlebt, an denen alles danebengeht. Sie möchten am liebsten sofort zu Bett gehen, obwohl es erst zehn Uhr morgens ist. Ihre Reaktion auf einen derartigen Tag entscheidet oft darüber, wie er weitergeht. Die meisten Menschen reagieren mit einem innerlichen Stöhnen: „Oh Gott, das ist wieder einer von diesen Tagen!” Und natürlich wird er dann auch ein solcher sein.

Führen Sie ein kleines Zwiegespräch mit sich selbst, wenn an einem Tag drei oder vier Dinge schiefgelaufen sind. Anstatt zu klagen: „Schon wieder so ein Tag....” sollten Sie sich lieber sagen: „Gott sei Dank habe ich das hinter mir!” Damit sorgen Sie dafür, dass der Rest des Tages besser verlaufen wird. Versuchen Sie, eine positive Haltung einzunehmen, wenn Sie einen schlechten Tag haben, und Sie werden sehen, dass Sie damit das Steuer herumreiβen können.



Wie Menschen mit negativen Gefühlen umgehen

Viele Menschen denken (ungerechtfertigterweise), dass negative Gefühle immer gefährlich und zerstörerisch sind. Sie glauben, die Liebe anderer zu verlieren oder Zorn, Langeweile oder Abneigung hervorzurufen, wenn sie diese Gefühle äuβern. Sie können auch nicht akzeptieren, dass der Wunsch, immer und von allen geliebt zu werden, unerfüllbar ist.

Andere Menschen denken (ebenso ungerechtfertigterweise), dass es „ungesund” oder „unehrlich” ist, kontrollieren zu wollen, wie man seine Gefühle ausdrückt. Sie glauben, das Recht zu haben, den anderen ihre Gefühle stets auf die Weise mitzuteilen, die sie für richtig halten, ganz gleich, wie die äuβeren Umstände - oder die Folgen - aussehen.

Die meisten Menschen sind der Meinung, dass man mit schlechten Gefühle nur zweierlei tun kann: sie unterdrücken oder sie in der Form ausdrücken, in der sie erlebt werden - nämlich negativ. Die meisten von uns sind sich aber auch dessen bewusst, dass beide Methoden recht destruktiv sein können.

Wutanfälle: Dies sind kindische, unangemessene, unkontrollierte Zornesäuβerungen, die von allem und jedem ausgelöst werden können - von etwas ganz Trivialem oder von einem lange zurückliegenden Ereignis, das jahrelang im Inneren gegärt hat. Menschen, die zu Wutanfällen neigen, gehen mit geringfügigen Störungen des täglichen Lebens oft auf folgende Weise um: Anfangs sagen sie nichts, doch wenn dann eine zufällige Bemerkung als Auslöser wirkt, explodieren sie wie ein Vulkan und brüllen auf alle ein, die sich in der Nähe befinden. Diese Wut hat unselige Konsequenzen: Die Person fühlt sich schrecklich, und die anderen sind befremdet.

Schmollen: Schmoller zeigen bereitwillig, dass sie schlecht gelaunt sind, wollen aber nicht erklären, warum. Demonstratives Schweigen und Beleidigtsein sind Varianten des Schmollens.

Sarkasmus: Menschen, die auf Sarkasmus zurückgreifen, um negative Gefühle auszudrücken, sträuben sich normalerweise dagegen, sich direkt mit der Ursache ihrer schlechton Laune auseinanderzusetzen.



Verstand versus Gefühl: Der analytische Ansatz

Wenn man negative Emotionen in sich aufinimmt, muss man sie auch irgendwie wieder loswerden. Wir haben soeben einige instinktive Methoden aufgezählt, wie Menschen mit solchen Emotionen fertig werden. Die meisten dieser Reaktionen haben negative Auswirkungen. Die Herausforderung besteht nun darin, Methoden für einen konstruktiven Umgang mit negativen Emotionen zu finden.

Zwei Kräfte - Verstand und Gefühl - sind das ganze Leben hindurch in uns wirksam. Oft schieben und ziehen sie in entgegengesetzte Richtungen. Die Kraft, die zu einem bestimmten Zeitpunkt die Oberhand gewinnt, entscheidet darüber, wie wir mit anderen zurechtkommen und beeinträchtigt möglicherweise unsere Leistung. Es ist leichter, mit dem Gefühl auf eine Situation zu reagieren als mit dem Verstand; doch eine vom Verstand geprägte „vernünftige” Reaktion hilft uns dabei, konstruktiv mit schwierigen Umständen umzugehen.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es Ihnen anfangs schwerfällt, unter Stress „vernünftig” zu reagieren. Die Fähigkeit, bei der Lösung von Problemen und Konflikten den Verstand zu verwenden, kann man entwickeln. Der erste Schritt besteht darin, einen Einblick, in die Art der Schwierigkeit zu gewinnen. Dazu müssen Sie die Situation, Ihre Gefühle und Ihr Verhalten analysieren. Mit Hilfe der aus dieser Analyse gewonnenen Informationen sind Sie dann in der Lage, Ihre Reaktionen zu steuern, anstatt sich von Ihren Instinkten beherrschen zu lassen.

Hier sind zwei Beispiele, die zeigen, wie nützlich der analytische Ansatz sein kann:

1. Nehmen wir an, Sie sind deprimiert, und zwar einzig und allein deswegen, weil es Montag morgen ist. Melden Sie sich telefonisch krank oder versuchen Sie herauszufinden, was falsch läuft? Wenn Sie Ihre Reaktion analysieren, werden Sie vielleicht feststellen, das Sie sich regelmäβig Freitag Nachmittag gut und Montag Morgen schlecht fühlen. Wenn das so ist, dann gehören Sie vielleicht zu den mehr als 80 Prozent der angestellten Menschen, die den falschen Arbeitsplatz haben. Lassen Sie sich dadurch weiter deprimieren, oder tun Sie das, was die Vernunft gebietet - sich nach einem geeigneteren Job umzusehen?

Wenn man bedenkt, dass die meisten von uns an fünf Tagen in der Woche zehn Stunden täglich mit Vorbereitungen für die Arbeit, auf dem Weg zur Arbeit und am Arbeitsplatz verbringen, ist es eine Schande, dass die Menschen nicht mehr Energie dafür aufwenden, darüber nachzudenken, was sie mit ihrem Leben anfangen möchten. Wenn Sie feststellen, dass Sie nicht den richtigen Arbeitsplatz haben und beschlieβen, eine Anstellung zu suchen, die Ihnen besser gefällt, könnten Sie vielleicht als erstes mit einer von der Regierung geförderten Vermittlungsstellen Kontakt treten.

2. Oder nehmen wir an, Sie sind gerade sehr unter Druck, weil Sie eine Arbeit bis 14 Uhr fertigstellen müssen - und plötzlich gibt Ihnen Ihr Vorgesetzter noch eine Extraaufgabe zu erledigen. Weil er das oft tut, haben Sie regelmäβig Schwierigkeiten, Ihre eigentliche Arbeit rechtzeitig fertigzubekommen. Sie fühlen sich deshalb für den Job ungeeignet. Andererseits wollen Sie Ihren Chef nicht durch eine Weigerung verärgern. Vermeiden Sie, nein zu ihrem Chef zu sagen und müssen dann um 14 Uhr zugeben: „Tut mir Leid, ich bin noch nicht fertig?” Oder sagen Sie: „Es wird nicht genug Zeit sein, diese Arbeit zu machen und den Bericht über das Jonas-Projekt bis 14 Uhr fertigzuschreiben. Was wünschen Sie, soll ich machen?”

Im ersten Fall wird Ihr Vorgesetzter auf jeden Fall böse auf Sie sein, weil Sie es durch Ihren fehlenden Protest unmöglich gemacht haben, dafür zu sorgen, dass jemand anderer den Bericht fertigstellt. Sie klagen dann: „In meinem Job bin ich ständig unter Druck”.

Im zweiten Fall hat Ihnen Ihre Situationsanalyse gezeigt, dass es die Aufgabe Ihres Chefs ist, Ihnen dabei zu helfen, Prioritäten zu setzen. Damit Sie dies auf wirksame Weise tun können, müssen Sie sich über Ihre gegenwärtige Arbeitsbelastung klar sein. Vielleicht haben Sie einen Zeitmanagement-Kurs besucht, um zu lernen, Prioritäten zu setzen. Sie führen „Aufgabenlisten”, so dass Sie immer genau wissen, wieviel Sie an einem Tag erledigen müssen, und Sie sorgen auch dafür, dass der Vorgesetzte über Ihre Arbeitsbelastung informiert ist.



Stressanalyse

Mit Stress sind gewisse körperliche Symptome und Verhaltensweisen verbunden. Körperliche Symptome sind zum Biespiel angespannte Muskeln, zusammengepresste Zähne, rascher Puls, Herzklopfen, verstärkte Schweiβbuildung, Atemnot, erhöhter Blutdruck, feuchtkalte Haut, kalte Hände und Füβe, langsame Verdauung, schnelle Atmung, gesteigerte Lärmempfindlichkeit und „rasende” Gedanken. Stressbedingte Verhaltensweisen sind zum Beispiel Ungeduld, Ruhelosigkeit, plötzliche Wutanfälle, Lach- und Weinkrämpfe oder eine Neigung zu verstärkten Emotionen jeder Art. In manchen Fällen geht Stress auch mit Depressionen und Apathie einher.

Doch nicht jeder Stress ist schlect. Die starken Emotionen und körperlichen Symptome, die mit Stress verbunden sind, können auch als Reaktion auf angenehme und aufregende Ereignisse auftreten - wenn Sie befördert wurden oder sich verliebt haben. Nicht Stress selbst ist das Problem, sondern negativer Stress - sogenannter Disstress.

Die meisten Menschen sind der Meinung. Workaholics seien unglücklich. Doch das trifft nicht immer zu. Es gibt zwei Grundtypen vonWorkaholics. Zum ersten gehören jene, die ihren Job lieben und hart und lange arbeiten, weil ihnen das Freude bereitet. Sie stehen unter Stress, leiden jedoch selten unter echtem Disstress.

Andere Workaholics werden nicht durch Liebe zu ihrer Arbeit motiviert, sondern durch Dinge wie:

* Konkurrenzdenken,

* Angst um den Arbeitsplatz,

* Budgetkürzungen,

* Probleme in der Familie oder in der Beziehung,

* finanzielle Probleme.

Ihr Stress wird zum Disstress, und sie leiden darunter. Wir alle kennen solche Leute, sie:

* arbeiten ununterbrochen, nehmen oft Arbeit für den Abend oder das Wochenende mit nach Hause - ärgern sich aber darüber;

* leiden an nervösen Störungen;

* essen nicht und bewegen sich wenig;

* nehmen sich nie frei, wenn sie krank sind (sie sind es, die alle anderen mit dem Grippevirus anstecken, weil sie auch dann in die Firma kommen, wenn sie im Bett bleiben sollten);

* verbringen wenig Zeit mit ihrer Familie;

* können sich nicht entspannen, spielerisch die Zeit verbringen oder einfach „herumtrödeln” (zur Entspannung betreiben sie oft Wettbewerbssportarten).

Wenn Sie sich selbst im Verdacht haben, ein Workaholic zu sein, könnte Ihnen der folgende Fragebogen genaueren Aufschluss darüber geben, ob Ihre Arbeit Ihnen positiven oder negativen Stress verschafft.



Sind Sie ein Workaholic?

Teil A: Antworten Sie mit Ja oder Nein auf die folgenden Fragen:

1. Kommen Sie immer pünktlich zu Verabredungen?

2. Fühlen Sie sich besser, wenn Sie produktiv und nicht untätig sind?

3. Organisieren Sie Ihre Freizeitaktivitäten sorgfältig?

4. Üben Sie Ihre Hobbys hauptsächlich mit Arbeitskollegen aus?

5. Nehmen Sie sich auch unter Druck immer die Zeit, festzustellen, ob Sie alle Fakten haben, bevor Sie eine Entscheidung treffen?

6. Sind die meisten Ihrer Freunde im gleichen Bereich tätig?

7. Bezieht sich das, was Sie lesen, meist auf die Arbeit?

8. Arbeiten Sie häufiger bis spät in den Abend als Ihre Kollegen?

9. Sprechen Sie bei geselligen Anlässen, wie zum Beispiel beim Kaffee oder bei Cocktails, über das Geschäft?

10. Handeln Ihre Träume von Konflikten am Arbeitsplatz oder von der Familie?

11. Sind Sie beim Spiel ebenso ernsthaft wie bei der Arbeit?

12. Werden Sie im Urlaub unruhig?

13. Halten Ihr Partner und Ihre Freunde Sie für einen gelassenen Menschen?

Wenn Sie die ersten zwölf Fragen mit Ja und die Frage 13 mit Nein beantwortet haben, sind Sie zugegebenermaβen ein Workaholic; doch denken Sie duran - das ist nichts Schlechtes, solange es Ihnen keinen Disstress verursacht. Beantworten Sie nun die Fragen imTeil B, um herauszufinden, ob Ihre Arbeitssucht negativen Stress hervorruft.



Tiel B: Antworten Sie mit Ja oder Nein auf die folgenden Fragen:

14. Können Sie besser mit Ihren Kollegen als mit Ihrem Partner (oder Ihrem besten Freund/Ihrer besten Freundin) sprechen?

15. Fällt es Ihnen am Samstag leichter als am Sonntag Nachmittag sich zu entspannen?

16. Arbeiten Sie zu Hause im Bett, wenn Sie krank sind?

17. Sind Sie normalerweise sehr ärgerlich, wenn andere Sie warten lassen?

18. Wachen Sie in der Nacht auf und grübeln über berufliche oder familiäre Probleme?

19. Sehen Sie bei Wettbewerbssportarten gelegentlich das Gesicht Ihres Chefs auf dem Ball?

20. Gehen Sie durch Arbeit manchmal engen Beziehungen aus dem Weg?

21. Planen Sie normalerweise jeden Schritt eines Ausflugs im voraus und fühlen sich unbehaglich, wenn etwas nicht planmäβig verläuft?

22. Genieβen Sie Smalltalk bei einer Cocktailparty oder bei einem Empfang?

Wenn Sie die Fragen 14 bis 21 mit Ja und die Frage 22 mit Nein beantwortet haben, dann genieβen Sie ihre langen, anstrengenden Arbeitsstunden wahrscheinlich nicht.

Wenn Ihr Disstress lange genug anhält, wird dies unvermeidlich zu einem Gefühl des Ausgebranntseins, zum sogenannten Burnout-Syndrom, führen. Prüfen Sie, ob bei Ihnen Anzeichen eines 'Burnout' festzustellen sind, indem Sie folgende Fragen beantworten:

* Fühlen Sie sich die meiste Zeit schlecht oder deprimiert?

* Fühlen Sie sich die meiste Zeit müde?

* Fällt es Ihnen schwer, regelmäβig zu essen und zu schlafen?

* Denken Sie, dass es keine Aussicht auf eine Verbesserung der Umstände gibt?

* Beklagen Sie sich ständig?

* Glauben Sie, dass sich niemand um Sie kümmert?

* Fühlen Sie sich die meiste Zeit aufgebracht, frustriert oder zornig?

* Verspüren Sie am Arbeitsplatz Druck und starke Konkurrenz?

* Haben Sie das Gefühl, es sei nie genug, wieviel auch immer Sie tun?

* Haben Sie Angst, eines Tages unterzugehen?

Stress wird zum Disstress, wenn wir zu lange unter Druck stehen oder wenn die Zwänge im Leben übermächtig werden. Der erste Schritt zur Bewältigung von Distress besteht darin, alle Stressquellen in Ihrem Leben aufzulisten. Dann bestimmen Sie erstens, welcher Stress positiv und welcher negativ ist, und zweitens, bei welchen Stressquellen Sie etwas ändern können und bei welchen nicht. Führen Sie dazu die folgende Übung aus. Antworten Sie möglichst genau. Schreiben Sie die Antworten nieder, es genügt nicht, die Übung bloβ im Geist durchzugehen!

1. Schreiben Sie auf einem Blatt Papier alles auf, was Ihnen Stress bereitet. (Lassen Sie zwischen jeder Stressquelle Platz frei.) Versuchen Sie, zumindest fünf Stressfaktoren zu identifizieren.

2. Geben Sie jedem Stressfaktor eine Zahl zwischen 1 und 10 (10 ist die höchste Wertung).

3. Stellen Sie fest, ob der Stressfaktor positiv (eine Hochzeit, eine Beförderung, ein neues Baby, ein neuer Job) oder negativ (Grobheit, Autofahren zur Stoβzeit) ist.

4. Notieren Sie neben dem Stressfaktor die Gefühle, die Sie in der stressigen Situation empfinden (Zorn, Frustration, Glück, Angst).

5. Stellen Sie fest, welcher Teil Ihres Lebens durch die einzelnen Stressfaktoren am meisten betroffen ist (Familie, gesellschaftliches Leben, Beruf/Arbeit).

6. Unterscheiden Sie dann für jeden Verursacher von negativem Stress, ob Sie in der Lage sind, das Problem zu beseitigen. Schreiben Sie in diesem Fall das Wort „Ja” dazu; oder ob es nicht in Ihrer Macht steht, die Situation zu ändern. Wenn diese nicht unter Ihrer Kontrolle steht, können Sie nichts tun. Schreiben Sie „nein” zu dem betreffenden Punkt.



Techniken zur Verringerung von negativem Stress

Wenn Sie die Verursacher von negativem Stress in Ihrem Leben identifiziert und über mögliche Veränderungen nachgedacht haben, sind Sie auf dem besten Weg dazu, den ärgsten Druck zu beseitigen.

Setzen Sie dann Ihre Analyse mit den folgenden zwei Schritten fort:

7. Wenn es nicht in Iher Macht steht, etwas gegen eine negative Stressquelle zu unternehmen - vergessen Sie sie! Werfen sie das Problem in den Papierkorb und verschwenden sie keine wertvolle Energie mehr damit.

8. Wenn Sie die Situation ändern können, müssen Sie sich überlegen, was Sie unternehmen werden. Erstellen Sie einen Aktionsplan.

Nach diesen Schritten besitzen Sie sicherlich alle Fähigkeiten, die in dem folgenden Gebet „Bitte um Gelassenheit” von Reinhold Niebuhr angesprochen werden.

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, den Unterschied zwischen beiden zu erkennen.”

Ein Teilnehmer an einem meiner Seminare beschrieb folgendes Problem: „Das gröβte Ärgernis für mich ist der Verkehr zur Stoβzeit. Fast jeden Tag verdirbt es mir die Laune, wenn iche sehe, was für unsinnige Dinge die anderen Autofahrer tun.” Das gehört wahrscheinlich zu den Dingen im Leben, über die Sie keine Kontrolle haben. Worüber Sie allerdings die Kontrolle haben, ist Ihre Reaktion darauf. Fahren Sie defensiv. Ermahnen Sie sich, sich nicht aufzuregen. Nutzen Sie Ihre Energie konstruktiv, indem Sie Ihren Lieblingssender im Radio einstellen oder eine CD spielen, die Sie gerne mögen. Überlegen Sie, ob es nicht möglich wäre, etwas früher oder später loszufahren, um nicht in den Stau zu geraten.



Sechs Verhaltensstile

Im Folgenden beschäftigen wir uns mit den sechs grundlegenden Verhaltensstilen und den mit ihnen einhergehenden Verhaltensweisen:

Selbstbewusstes Verhalten

* Menschen dieses Verhaltenstyps respektieren sich selbst - sie drücken ihre Gefühle aus und verteidigen ihre Rechte.

* Sie respektieren die Bedürfnisse und Rechte anderer.

Passives Verhalten

* Diese Menschen zeigen keinen Respekt vor sich selbst.

* Sie drücken weder ihre Gefüle aus, noch verteidigen sie ihre Rechte.

Aggressives Verhalten

* Diese Menschen respektieren nicht die Bedürfnisse und Rechte anderer.

Passiver Widerstand

Leute mit diesem Verhaltensstil sind passive Menschen, die versuchen, sich selbstbewusster zu verhalten. Sie murren und seufzen viel und spielen manipulative Spielchen, um ihren Willen durchzusetzen. Sie haben nicht gelernt, geradeheraus zu verlangen, was sie wollen.

Jan: „Mama, kannst du mich zur Schule fahren?”

Seine Mutter hatte den Vormittag schon verplant. Es war ein schöner Tag, und Jan hatte wie üblich herumgetrödelt, so dass es wieder einmal ziemlich spät geworden war.

Mutter: „Jan, ich habe dich diese Woche schon zweimal hingefahren....”

Jan: „Mama, bitte....”

Mutter: (seufzt laut) „Na gut....”

Ihre Körperspache und ihre Worte sagen: :„Sieh nur, welche Opfer ich für dich bringe. Wenn du mich mehr liebtest, würdest du mich besser behandeln!”

Indirekte Aggression

Diese Leute zeigen ein Verhalten, das zwischen selbstbewusst und offen aggressiv angesiedelt ist. Sie verwenden subtile, hinterhältige Methoden wie zum Beispiel Sabotage, Sarkasmus, demonstratives Schweigen oder Klatsch, um zu erreichen, was sie wollen:

Daniel: „Meine Frau will, dass ich dieses Wochenende den Keller putze. Ich werde kurz drüberwischen, doch ihren Sauberkeitsstandards wird es nicht genügen. Das wird sie vielleicht davon abhalten, nochmals so etwas von mir zu verlangen.” (Sabotage).

Julia: „Ich sehe, du hast dich endlich dazu durchgerungen, dir einen Haarschnitt zuzulegen, der dir steht.” (Sarkasmus).

Laine hatte seit einem Streit vor einigen Tagen kein Wort mehr mit ihrem Mann Bernd gesprochen. Sie hatten das Problem nicht gelöst, und Bernd hatte mehrmals versucht, mit ihr über das Thema zu sprechen - vergeblich. (Demonstratives Schweigen).

Jessica: „Hast du das von Carmen's Mann gehört? Er wurde gestern Abend von der Polizei erwischt, wie er völlig betrunken nach Hause gefahren ist ...” (Klatsch).

Passiv-aggressives Verhalten

Diese Menschen reagieren pathologisch auf Autorität oder Leute, von denen sie glauben, dass sie Autorität besitzen. Sie neigen dazu, unerwartet zu explodieren und bringen andere aus der Fassung, weil ihr Verhalten nicht dem üblichen Muster entspricht. Normalerweise zeigt man Zeichen der Frustration, bevor man die Nerven verliert - bei diesen Menschen aber kommt dies aus heiterem Himmel, zu einem völlig unerwarteten Zeitpunkt. Sie gewinnen zuerst unser Vertrauen und rammen uns dann heimtückisch ein Messer in den Rücken. Dies veranlasst uns zur Vorsicht im Umgang mit ihnen, doch sie können so charmant sein, dass wir nicht umhin können, sie zu mögen und ihnen zu vertrauen. Plötzlich wiederholt sich das altbekannte Verhaltensmuster. Wir müssen bei diesen Menchen stets auf Unerwartetes gefasst sein und damit rechnen, dass sie neuerlich ihr destruktives Benehmen zeigen. In Kapitel 2 ist das Verhalten dieser Menchen näher beschrieben.


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